Wohnzimmeratmosphäre im lichtdurchfluteten Lohner & Grobitsch

(© szenemuc)

(© szenemuc)

Persönliche Bewertung:
Bewertungen_4 Sterne

Nachdem der letzte Test ja einige Zeit zurückliegt, wurde es mal wieder Zeit für ein nettes, chilliges Sonntagsfrühstück – insbesondere das momentan typisch eklige Herbstwetter lässt einem ja fast keine andere Wahl. 🙂

Selbige fiel auf das „Lohner & Grobitsch“ – was sich bereits auf meiner „bucket list“ weiter oben befand. In einer sehr ruhigen Wohngegend, direkt neben dem – außerhalb vom Westend eher weniger bekannten – Georg-Freundorfer-Platz, kann man am Café gar nicht vorbeilaufen. Große Fensterfronten und ein damit sehr lichtdurchfluteter kleiner Gastraum laden zu einem gemütlichen Wochenendfrühstück oder einfach Kaffee und Kuchen ein.

(© szenemuc)

(© szenemuc)

Purismus und frische Zutaten
Das Lokal war gut besucht – spricht also auch für das L&G – und wir wurden nicht enttäuscht. Mit etwas größerem Hunger im Gepäck wählten wir eine bunte Frühstücksmischung aus der Speisekarte: 2x Milchkaffee, Rühreier mit Ziegenkäse, Pan Cakes (gibt’s nur Samstags und Sonntags) mit Früchten und – natürlich – lecker Ahornsirup sowie einen Frühstücksteller mit Schinken, Salami und Käse.

Die Zutaten waren allesamt superfrisch, alles sehr lecker angerichtet und wirklich schmackhaft. Die Portionen erschlagen nicht und für den Preis und Münchner Verhältnisse auch von der Fülle her in Ordnung. Der Service war freundlich, aufmerksam und sehr nett. Zu den Eiern gab es noch einen kleinen Salat mit sehr leckerem Balsamico-Dressing. Die Pan Cakes waren nicht zu dick oder zu groß, so dass man Gefahr laufen muss, sonst nichts mehr in den Magen zu bekommen. 🙂 Die Wurst- und Käseplatte war übersichtlich, aber vielfältig mit weicher Butter und leckerer Erdbeermarmelade dazu. Eigentlich alles, was man braucht.

Selbst gemachte Tartes (© szenemuc)

Selbst gemachte Tartes (© szenemuc)

Ich persönlich mag es nicht, wenn zuviel Deko und Krimskrams auf und rund um den Teller drapiert ist – das ist hier auch absolut nicht der Fall. Simpel, einfach, aber lecker – so das Konzept und es gefällt. Das simple Anrichten der Speisen auf dem Teller passt auch zur Location, die in eher puristischem Stil daherkommt. Mit Decken und Kissen auf den Sitzbänken direkt an den Fensterfronten lässt es sich auch länger hier aushalten und super flanieren.

Am Tresen findet man eine kleine Auswahl selbst gemachter Tartes, die mich schon sehr angesprochen haben – leider kann man aber den Magen nicht mehr als ausreichend füllen – es gab keinen Platz mehr. Da heißt es dann einfach – wiederkommen. 🙂

Achso, es gibt übrigens auch kostenloses WLAN!

Kleine Mankos
Das Einzige, was wir nicht so toll fanden, war die dazu gereichte Brotauswahl, die eigentlich fast nur aus Toastbrot bestand, da offenbar das andere Brot gerade „aus war“. Ist eigentlich für einen Sonntag eher ungewöhnlich, da ein bunter Brotkorb doch eigentlich mit das Wichtigste ist für ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück.

Zudem zieht es bei so kaltem Wetter wie heute enorm in den kleinen Gastraum rein, wenn jemand das Lokal betritt oder verlässt. Mich hat es doch hin und wieder etwas gefröstelt. Aber gut, das mag auch nur meine persönlich Meinung sein, typisch Frau vielleicht… 🙂

Lohner & Grobitsch
Sandtnerstr. 5
80339 München
Tel. 69309250
Facebook-Seite

(© szenemuc)

(© szenemuc)

(© szenemuc)

(© szenemuc)

(© szenemuc)

(© szenemuc)

Werbeanzeigen

Café Ruffini

Persönliche Bewertung:Bewertungen_4 Sterne

Café Ruffini (© Szene Muc)

Café Ruffini (© Szene Muc)

Aktuell hängen schwere Wolken über München, echtes Schmuddelwetter, also, was gibt es Schöneres, als den Samstagvormittag in einem netten Café zu verbringen und bei der Gelegenheit dann auch gleich mal was Neues auszuprobieren – ab ins Café Ruffini, von dem ich schon viel Gutes gehört habe.

Ehrlich gesagt war ich erstmal nicht begeistert als ich schließlich vor dem Lokal stand. Fassade und Umgebung wirken, nicht nur wetterbedingt, etwas grau und langweilig, es sieht erstmal gar nicht gemütlich aus. Erinnert von Außen eher an eine Schlachtküche oder Finanzamtskantine… Hm, noch haben wir Zeit, wieder umzukehren, denke ich mir…

Wenn man reingeht, wird man dann aber doch für den Weg, den man zum Café auf sich genommen hat, und den Mut, dann auch reinzugehen, tatsächlich belohnt. Es ist irgendwie echt gemütlich. Das Lokal besteht aus zwei kleinen Räumen mit überschaubarer Platzauswahl und einem Tresen. Es ist „bumsvoll“ und wir müssen erstmal auf einen der Stehtische ausweichen, um dort auf einen „ordentlichen“ Platz zu warten. Wir werden aber herzlich begrüßt mit der Information, dass wir sicher nicht lang warten müssen, da einige Gäste schon beim Bezahlen sind. Sehr aufmerksam, ich wäre sonst ggf. direkt woanders hingegangen, manchmal ist der Hunger ja doch größer und Wartezeiten sind dann eher inakzeptabel. 🙂 Bald wird auch ein Ecktisch frei und wir machen es uns bequem, haben von dort einen schönen Blick über Lokal und Leute.

Café Ruffini (© Szene Muc)

Café Ruffini (© Szene Muc)

Der Service ist großartig. Drei Servicekräfte sind gleichzeitig im Einsatz, die nicht für bestimmte Tische zuständig sind, sondern gleichermaßen von allen Gästen Bestellungen annehmen, also kann der Gast jeden Kellner ansprechen für dies und jenes, was man eben noch braucht für sein ganz persönliches Frühstückshighlight. 🙂 Für die Abrechnung evt. etwas schwierig, für den Gast natürlich großartig! Und es geht sehr fix. Wir entscheiden uns für 2x „Frühstück Nr. 4“ – Cappuccino/Milchkaffee, Rühreier mit Schinken, Brotkorb und Butter. Dazu bestellen wir einen  italienische Spezialitätenteller – da nur Butter aufs Brot dann doch ein wenig fad ist -, den wir sogar selbst nach Geschmack mixen können. Da ich kein Salami-Fan bin, also „nur“ eine Schinkenvariation und dann noch extra Marmelade für’s Baguette als süßes Gegenstück. Alles wurde sehr flott an unseren Tisch gebracht und regelmäßig zwischenzeitlich auch die leeren Teller und Tassen weggeräumt, damit nicht alles ewig so furchtbar gestapelt herumsteht, sehr aufmerksam.

Die Auswahl ist eher klein, aber dafür gut und lecker. Eher bodenständiges Essen ohne Schnickschnack. Aber genau das Richtige heute – schnell, lecker und ausreichend. Die Karte ist online leider nicht einsehbar, aber soviel sei gesagt: Es gibt eher die typischen Basics (Brotkorb, Butter, Marmelade, Eier, Schinken, Salami, Käse), aber mit vielfältigen Variationsmöglichkeiten. Also, wer lieber mehr Käse möchte, dafür auf Salami verzichtet, bekommt dies auf seinem Frühstücksteller auch ohne Umstände so angerichtet. Letztlich ist die Speisekarte hier nur ein Hinweis für die Faulen bzw. Überblick, was es denn überhaupt so gibt… eigentlich kann man mixen wie man will. 🙂

Preislich liegt alles im Mittelfeld. Da kann man doch noch ein paar Extras wie noch zwei Kaffee, extra Marmelade, extra Eier oder Sonstiges bestellen, ohne dass die Rechnung am Ende explodiert. 🙂

Das Publikum besteht zum großen Teil aus Familien und eher „gediegenerem“ Publikum, die auf die typische Münchner Szene mal gern verzichten können. 🙂 Hier gibt es kein „Schaulaufen“, kein offensives Präsentieren der neuesten Apple-Gimmicks, keine gepimpten Outfits. Hier ist alles echt, einfach und superunkompliziert. Das merkt man auch am Publikum und so zögern wir nicht, als uns ein älteres Pärchen fragt, ob sie sich zu uns mit an den Tisch setzen können. Schnell entsteht auch ein sympathisches Gespräch und jeder ist wunderbar entspannt.

Die große Dachterasse, die es auch gibt, konnten wir bei dem Wetter heute natürlich leider nicht ausprobieren, aber wird im nächsten Frühjahr/Sommer natürlich nachgeholt! 🙂 Diese Terasse ist ja eigentlich genau das, was das Ruffini so besonders macht. Aber nichtsdestotrotz scheint das Lokal zu jeder Jahreszeit super besucht zu sein, was ja was heißen muss.

Es gibt direkt nebenan noch einen zum Lokal gehörenden Laden, in dem die Weine, die man vorher im Ruffini mal durchprobieren kann (ja, es gibt dort nicht nur Frühstück :)) und darüber hinaus, kaufen kann. Gute Idee, erst probieren und dann direkt eine Flasche für daheim mitnehmen! 🙂

Café Ruffini
Orffstr. 22-24
80637 München
Tel.: 16 11 60

Dienstag bis Sonntag: 10:00 bis 24:00 Uhr
Montag: geschlossen

Entspannte Maxvorstädter Szene im „Barer 61“

Bewertungen_4 SternePersönliche Bewertung:

(© flickr / © NiceBastard)

(© flickr / © NiceBastard)

Das Barer 61 gehört zu einer Reihe Bars, die von den Brüdern Avni und Barry Berisha erfolgreich geführt werden. Daneben gehört auch das „BARer 47“, das „gegenüber“ und das recht junge „Königin 43“ zum Bar-Repertoire der beiden Jungs, die damit zumindest die Barerstraße ziemlich „im Griff haben“. 🙂 Die Namen der Lokale beziehen sich – man kann es erraten – auf die Adresse der Lokale, aber was recht unkreativ in der Namensgebung anmutet, wird in Sachen Einrichtung, Angebot und besonderem Pfiff wieder rausgeholt!Die beiden sieht man übrigens häufig in ihren Lokalen, gerne auch mal selbst Bedienung spielend. 🙂 Einer der beiden ist immer mit Hut unterwegs und ist eigentlich immer auf der Barerstraße zu sehen. 🙂 Man merkt, dass die Jungs sich um ihre Lokale kümmern. Jedes hat seinen eigenen Stil, aber alles passt auch zusammen und glänzt mit ordentlichen Besucherzahlen und guter Stimmung.

Alternativ, bunt, hip – und für den kleinen Hunger zwischendurch

Barer 61(© Barer61 GbR)

Barer 61(© Barer61 GbR)

Das Barer 61 ist ein recht kleines Café, Ecke Schnorrstraße, das sämtliche Inneneinrichter zum Weinen bringen würde. Das Mobiliar besteht aus zusammengesammelten Tischen, Stühlen und Dekoelementen, die aber den besonderen, witzigen Charme ausmachen. Der Laden ist sowohl tagsüber als auch abends gerammelt voll – zumindest am Wochenende – was nun nicht gerade für schlechte Qualität der Speisen und Getränke bzw. miesen Service spricht. Ganz im Gegenteil!

Das Barer 61 ist eher ein Coffee-Shop, der Kaffeevarationen jeglicher Art und Snacks anbietet. Das Angebot besteht, neben diversen Heißgetränken und frisch gepressen Säften aus kalten und warmen Snacks wie Bagels, Piadina, Foccacia, Ciabatta, Wraps und diversen süßen Verführungen wie Croissants und Kuchen. Die Preise sind günstig bis moderat, was natürlich auch viele Studenten in das Lokal zieht. Der Service ist sehr freundlich, aufmerksam, offen für Alternativen und auch bei guter Füllung des Ladens bei bester Laune.

Unkompliziertes Maxvorstädter Szene-Publikum

Das Publikum besteht zum Großteil aus jungen Leuten zwischen 20 und 35 Jahren. Klar, man sitzt sowohl drinnen als auch draußen dicht an dicht und sollte keine Berührungsängste haben. Vor dem Lokal kann es eng werden, da die Tische auf dem ohnehin nicht sonderlich breiten Gehweg stehen und man gern vom Service mal freundlich „eins auf den Deckel kriegt“, wenn man mit seinem Stuhl zu weit in den Gehweg reinrutscht – es müssen ja noch die Fußgänger Platz haben… 🙂 So kann es dann doch mal sehr eng werden, aber dafür ist das Lokal ohnehin kein Ort, an dem man stundenlang verweilt, sondern sich eher auf einen Kaffee und leckeren Snack trifft, ratscht und wieder von Dannen zieht…

Barer 61(© Barer61 GbR)

Bezahlt wird direkt am Thresen (© Barer61 GbR)

Bezahlt wird direkt drinnen an der Bar, was ich persönlich für eine gute Alternative zum Warten auf die Servicekraft halte. Für die Faulen unter uns ist das vielleicht nichts, aber unterm Strich wird der ganze Abrechnungsprozess somit beschleunigt und die Servicekräfte haben mehr Zeit, sich auf die Bestellungen der Gäste zu konzentrieren, ohne 30x hin und her zu laufen. Auch ein Grund, warum das Publikum eher jünger und unkonventionell ist.

Auch abends geöffnet und Geheimtipp für’s Public Viewing

Insgesamt eine sehr pfiffige Sache, die einen Besuch lohnt. Gern auch abends auf ein Bier oder Glas Wein. Ich habe mich hier mal mit Freunden getroffen, um spontan an einem Sonntagabend die Übertragung eines WM-Spiels zu sehen. Eigentlich unmöglich, in München kurz vorm Anpfiff ein nettes Plätzchen mit mehreren Leuten zu finden, von dem aus man auch noch etwas sehen kann. Das Barer 61 war der Geheimtipp. Hier war es urgemütlich, nicht überfüllt wie in anderen Kneipen, in denen man sich zu diesem Zweck üblicherweise trifft, und natürlich wurde mit dem entsprechenden Flatscreen und Deko für optimales Fußball-Fan-Feeling gesorgt. Das darf aber nicht missverstanden werden. Die Jungs gehen natürlich mit der Zeit und der Szene sowie aktuellen Ereignissen, aber zu anderer Zeit ist das Barer 61 auch wieder ein ganz normales, niedliches Café, in dem man ganz „cosy“ einen schönen Vor- oder Nachmittag verbringen kann.

Das Barer 61 ist so hip, dass es bereits eine Riesen-Fangemeinde hat. Auf Facebook tauscht die sich in einer eigens eingereichten Fan-Gruppe regelmäßig über News, Angebote und Events aus.

Barer 61
Barer Strasse 61
80799 München
Tel.: 32 60 24 96