Ja mei, is des schee… Frühstücks-Schmankerl im Kaisergarten

Kaisergarten von außen

Kaisergarten von außen

Auf geht’s in den Wiesn-Endspurt, der die Münchner noch einmal mitsamt Touri-Massen auf die Festwiese treibt, um dann am Sonntagabend in bierseeliger Wunderkerzen-Stimmung das letzte Licht auszumachen und auch direkt die Reservierungen für 2016 allmählich in Angriff zu nehmen. Was uns nun aber besonders freut ist das großartige Wetter, dass uns heuer zur 5. Münchner Jahreszeit beschert wurde. Sonne satt und wenig Regen – also im Vergleich – und so bleibt das auch noch bis sich die Wiesn-Wirte wieder verabschieden.

Kaisergarten

Kaisergarten

Was also liegt näher, als den zünftigen Wiesn-Endspurt-Brunch oder das leckere Katerfrühstück in der Oktobersonne zu genießen. Am besten natürlich schön im Biergarten – leider nur bieten die wenigsten Wirtshäuser auch ein Frühstück an, außer natürlich das obligatorische Weißwurstfrühstück. Wer es etwas umfangreicher mag, geht in den Schwabinger Kaisergarten.

Im kleinen aber sehr gemütlichen Biergarten sitzen die Schwabinger und (eher wenige) Touris bereits im Frühling übereinander – nämlich, sobald die Sonne zum draußen sitzen einlädt und sich keiner mehr in dunklen Hütten aufhalten möchte. Die Sonnenplätze werden so manches Jahr schon im Februar bei gemütlich frösteligen 5-8 Grad rar… Ja, das ist der Kaisergarten.

Frühstück am Wochenende von 10-16 Uhr – Bayerische Gemütlichkeit inklusive

"Frühstück für Zwei" im Kaisergarten

„Frühstück für Zwei“ im Kaisergarten

Die Frühstückskarte bietet so einige Highlights, da muss man sich dann doch erstmal entscheiden. Das taten wir dann kurzerhand mit dem „Frühstück für 2“, da ist dann gewissermaßen alles dabei. Großartig, lecker, frisch, was warm sein sollte war warm und vice versa. 😉 Insgesamt ziemlich lecker. Auch der Milchkaffee macht Lust auf mehr, da wird doch gern nachbestellt.

Außerdem hatten wir ausreichend Platz für unsere tausend Teller, Tassen, Sektgläser, Sonnenbrillen, Wochenendzeitung etc. pp., da am Vormittag noch nicht viel im Kaisergarten los ist – der gemeine Besucher wird gegen Nachmittag/Abend von den eher deftigen Standard-Schmankerln und der Bier-Maß angelockt und sitzt dann auch gern bis ultimo. Das ist natürlich gut für uns, so nahmen wir gleich mal zwei Tische gleichzeitig in Beschlag und flanierten ein wenig länger als geplant.

Der Service ist – das kannte ich aber schon aus meinen zahlreichen abendlichen Besuchen – sehr freundlich und flink. Wenn die Hütte am Abend oder bei Fußballhighlights qualmt und die Leute zu 10t auf einer 6er-Bank hocken, dann kann das mit dem Service auch mal ein paar Minuten länger dauern, aber unfreundlich oder unaufmerksam habe ich die Mädels und Jungs dort noch nie erlebt.

Der Kaiserschmarrn ist zum Niederknien... :)

Der Kaiserschmarrn ist zum Niederknien… 🙂

Neben den Frühstückshighlights gibt es natürlich auch die üblichen bayerischen Schmankerl, die so jeder Biergarten bietet – allerdings meiner Meinung nach den nahezu allerbesten Kaiserschmarrn der Stadt. Ich habe innerhalb der Stadtgrenzen jedenfalls noch keinen besseren gegessen. Da lohnt es sich auch, 45-60 Min. darauf warten zu müssen (kein Witz).

Münchner Szene zwischen Hipster und bayerischer Tradition

Was die Gäste im Kaisergarten betrifft trifft man dort gern und häufig unsere Schwabinger Stereotype „Schicki & Micki“, die sich hier gern mit Porsche, Gucci-Schuhen und Vuitton-Tasche sehen lassen und dann der pseudo-normalen und „urmenschlichen“ Lebensfreude frönen, auf hohem Niveau jammern und gleichzeitig den total gestressten Gutmenschen geben. Naja, da mag der ein oder andere drüber schimpfen, ich finde, das gehört irgendwie dazu und freue mich über meine Münchner Grantler, hochnäsigen Studenten, Schwabinger Originale und angeheiratete Botox-Olga‘s auf einem Haufen. Was wäre ein Biergartenausflug ohne ausführliche Sozialstudien? 😉

Biergarten im Kaisergarten

Biergarten im Kaisergarten

Die Einheimischen haben hier so ziemlich die Hoheit, bleibt der urgemütliche Biergarten, versteckt in der ruhigen Kaiserstraße, einigermaßen vom Standard-Touristengewühle verschont. Daher ist alles a weng schicker, aber der Gemütlichkeit tut das keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil, es geht ruhiger, uriger, münchnerischer zur Sache. Herrlich selbstzufrieden und mit dem guten Gewissen, alles richtig gemacht zu haben, macht es sich das eher junge Publikum gern in jeder freien Minute hier gemütlich, um am Ende gleich mehrere Stunde im Garten zu hocken und ein Weißbier nach dem anderen zu trinken. Ich kann’s verstehen…

Innenbereich Kaisergarten

Innenbereich Kaisergarten

Hier trifft man die Hipster übrigens gern in ihren feschen Trachten an, die sie sonst fast nur noch zur Wiesn auspacken. Die Verbindung aus Münchner Schick und bayerischer Tradition gelingt hier ganz gut, wobei natürlich die obligatorische Ray-Ban zur halb an den Knien hängenden Hirschledernen auch nicht immer eine Augenfreude ist… 🙂

Summa summarum…

… eine großartige Location mit Spitzen-Schmankerln, perfekter Gemütlichkeit, entspannten Leuten und einem flotten Service. Preislich etwas höher angesiedelt, geht man nicht unbedingt bei jeder Gelegenheit hierher, aber für einen entspannten Biergartenausflug in netter Runde oder eine kleine gemütliche Feier im Sommer ist das die perfekte Location.

Übrigens: Es gibt hier keinen SB-Bereich, also auch im Biergarten herrscht ausschließlich KEINE Selbstverpflegung.

Kaisergarten
Kaiserstr. 34
80801 München
Tel. 34 02 02 03

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Skurrile Statistiken der Wiesn 2014 und Reservierungstipps für 2015

© abendzeitung-muenchen.de

© abendzeitung-muenchen.de

Die Wiesn-Hendl sind gerade verdaut und der süße Kater in ausreichend weiter Entfernung, um allmählich wieder das ein oder andere Helle an den letzten Biergartennachmittagen genießen zu können. Doch der echte Münchner oder selbsternannte Wiesn-Kenner weiß – lange ausruhen „is nich“… bereits in einigen Wochen denkt der gemeine Wiesn-Fan bereits wieder an die Reservierungen für das kommende Jahr.

Gut, vor dem Start des neuen Jahres geht selbst bei den großen und sehr beliebten Zelten nicht viel und Reservierung sind noch gar nicht möglich. Aber das Jahr ist erfahrungsgemäß schneller rum als einem lieb ist und bereits nach Auskurieren des Silvesterkaters kann man schon einmal starten, sich auf den Homepages der üblichen Verdächtigen umzusehen.

Bleiben wir aber erstmal bei den allgemeinen Fakten und einer kleinen Auswertung des gerade erst halbwegs verdauten Oktoberfests, dass heuer allerdings nicht gerade sämtliche Rekorde gebrochen hat. Mag vielleicht auch am eher bescheidenen Wetter gelegen haben.

Skurrilles, nutzloses Wissen, unfassbare Fakten – Wiesn eben…

© oktoberfest-live.de

© oktoberfest-live.de

Heuer kamen rund 6,3 Millionen Menschen zum größten Volksfest der Welt auf die Theresienwiese, etwas weniger als im Vorjahr. Interessant auch die Bemerkung auf oktoberfest.de, dass eine gewisse „Entschleunigung“ stattgefunden hat. Es ging entspannter zur Sache als in den Vorjahren, es wurde mehr geschlendert und in Ruhe die Stimmung genossen. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die „Oide Wiesn“, die ursprünglich 2010 zur Jubiläums-Wiesn eingeführt wurde und aufgrund des starken Zuspruchs der Besucher fortan jährlich stattfindet – allerdings im Wechsel mit dem Landwirtschaftsfest, das alle vier Jahre eben jenen Teil der Wiesn für sich beansprucht.Hier kann man dem Standard-Touri-Sauf-Trubel ziemlich gut entkommen, mit Familie & Co. einen eher gediegenen Nachmittag oder Abend verbringen und für nur 3 EUR Eintritt Fahrgeschäfte im historischen Stil – also eher für die Kids – ohne oder mit wenig Zuzahlung unbegrenzt fahren und sich dabei über freie Plätze in Biergärten und Zelten freuen.

Wieviele Liter Bier werden im Schnitt getrunken? Wieviele Fahrgeschäfte gibt es? Wie groß ist die Wiesn eigentlich? Und gibt es überhaupt noch Raucherzelte? Diese und weitere interessante Fakten könnt ihr in recht übersichtlicher Form z. B. auf wiesnportal.de oder auch oktoberfest-live.de nachlesen. Einen besonders hübschen Überblick – sozusagen eine interaktive Infografik – über Daten und Fakten zur Wiesn hat ebookers online gestellt. Meiner Meinung nach eine sehr nette Idee für Zuagroase, Touristen und sonstige Neulinge auf dem Planeten Oktoberfest. Hier geht es zur Grafik.

© abendblatt.de

© abendblatt.de

Diese enthüllt, dass z. B. während der Wiesn 2013 stolze 600 Führerscheine abgenommen wurden (man mag sich nicht vorstellen, welche Geschichten dahinterstecken 🙂 ) oder sage und schreibe 226.000 Personen dabei erwischt wurden, wie sie einen Bierkrug stehlen wollten. Gut, als Tourist würde ich das wohl auch versuchen oder mir denken „Bei dem Preis, muss doch der Krug inklusive sein!“ 😀

Auch die Süddeutsche Zeitung kann sich dem After-Wiesn-Trubel und der allzu witzigen Auswerterei nicht entziehen und hat – ganz im modernen Stil – eine ebenfalls umfangreiche und hübsche Infografik zu sämtliche aberwitzigen Fakten der Wiesn 2014 veröffentlicht.Demnach mussten z. B. genau 3.603 Menschen medizinisch behandelt werden, 36 Mal kam es zu Prügeleien mit Maßkrügen. 681 Besucher erlitten eine Alkoholvergiftung, der erste Patient mit dieser Diagnose wurde exakt 125 Minuten nach dem initialen Fassanstich eingeliefert. Während der gesamten 15 Tage der Wiesn lag der Stromverbrauch bei knapp 3 Millionen Kilowattstunden. Das Wiesn-Fundbüro meldete übrigens u.a. zwei Eheringe, ein iPhone 6, 230 Brillen und 900 Ausweise, die ihren Besitzer suchen.

© sueddeutsche.de

© sueddeutsche.de

Jetzt schon an 2015 denken!

Aber zurück zum Ausgangsthema: Nach der Wiesn ist vor der Wiesn! Also, setzt euch einen Reminder, stellt den Wecker, sagt allen Freunden Bescheid … ab Anfang 2015 geht’s wieder los mit der Reservierungsschlacht, dem Bitten & Betteln bei sämtlichen Zelten und unzähligen erfolglosen Versuchen, sich über irgendwelche Online-Portale einigermaßen bezahlbare Tickets zu sichern. Eines kann ich aus Erfahrung heraus auf jeden Fall als Empfehlung weitergeben: Solltet ihr auf der Suche nach einem Tisch am Wochenende und/oder am Abend sein, einfach überall rechtzeitig anfragen und unbedingt die Anweisungen auf den Websites der Wiesn-Zelte einhalten! Sie danken euch tausend Anrufe und E-Mails nicht – ganz im Gegenteil.

Also, hartnäckig sein und es im Zweifel jedes Jahr immer wieder neu versuchen. Das hat dem ein oder anderen schonmal eine hübsche Option auf einen Tisch am Samstagabend beschert, der dann einem bei rechtzeitiger Anfrage quasi jedes Jahr wieder zur Verfügung steht.

Übrigens, wer flexibel ist kann auch am Wochenende immer sehr gut eine Nachmittags- oder Abendreservierung in den kleinen Zelten bekommen. Einfach nachfragen und sich die niedlichen Büdchen einfach mal ansehen. Die Stimmung ist oft nicht minder lustig, es gibt ebenfalls Live-Bands und es ist am Ende sogar viel gemütlicher – zudem entfallen ultralange Schlangen vor den Damentoiletten. 🙂

www.oktoberfest.de hat alle Infos zu Zelten, Reservierungen & Co.

http://www.oktoberfest.de hat alle Infos zu Zelten, Reservierungen & Co.

Eine der übersichtlichsten besten Seiten, um sich über vorhandene Zelte und Reservierungsregularien zu informieren ist oktoberfest.de. Klickt euch in die Unterseite der Zelte rein und dort findet ihr schon sämtliche Informationen. Es wird nicht ausbleiben, auf die separaten Websites zu gehen und dort immer wieder mal reinzuschauen, ob denn bereits reserviert werden kann – leider gibt es keinen einheitlichen „Starttermin“. Ein bisschen Mühe ist also notwendig, kann sich aber wirklich auszahlen!